Es gibt bestimmte Elemente, die aus sich heraus eine derart große Signifikanz haben, um eine Grundhaltung aufzuzeigen. Das Einzelstück läßt Schlüsse auf das Gesamt zu. Von solchen Teilen gibt es einige. Vielleicht mache ich eine kleine Serie dazu. Heute jedenfalls: die 9-Uhr-Werktags-Messe.

Diese Messezeit spricht quasi alles aus. Eine Uhrzeit, zu der niemand Zeit hat. 9 Uhr, da ist der halbe Vormittag schon rum. Jeder der arbeitet, kann diese Messe nicht besuchen. Es bleiben nur Rentner übrig. Aber selbst sie haben dafür eigentlich keine Zeit. Denn was will man vor 9 Uhr eigentlich machen außer frühstücken? Für alles andere ist der Zeitraum davor zu knapp. Und wer direkt vor der Messe frühstückt, der offenbart sich sowieso. Falls man doch irgendwie diese Hürden genommen hat, dann bleibt die Frage, was man mit dem Restvormittag anfangen soll. Außer Einkaufen ist nichts sinnvolles anzustellen. Es ergibt keinen Sinn.

Unfalls nun doch irgendein Rentner das toll findet: Was ist im Leben schief gelaufen? Messroutine erst mit Renteneintritt? Habt ihr keinen Rhythmus etabliert? Keine Gewohnheiten? 9 Uhr werktags – Sinnbild für alles, was schiefläuft. Erstaunlich wieviele dennoch kommen und sich freiwillig ihren Alltag ins Eiern bringen lassen.