Eine Bemerkung zum Sakramentsverständnis liegt mir länger auf der Zunge. Ich bin der Meinung, daß es falsch ist zu reden, daß die Eheleute sich die Ehe spenden. Nicht, weil es falsch wäre, sondern weil es ohne den zweiten, wichtigeren Teil wird. Und ich stelle fest, daß dieser Teil meist unterschlagen wird. Christus spendet alle Sakramente. Er hat diese natürliche Verbindung zu einem Sakrament erhoben. Da ist mehr am Werk als alles menschliche Verstehen begreifen kann. Wer nur von den Brautleuten spricht, der macht es zu einem „menschlich Ding“, das in der Verfügungsgewalt der Spender liegt.

Dann wird gesagt, daß der Ehewille die causa efficiens ist. Das stimmt so auch nicht ganz. Wirkursache ist der Wille Gottes in Kongruenz mit dem einen Ehewillen der Gatten. Die Möglichkeit, daß die Gatten einen Willen haben, setzt bereits Gottes Handeln voraus. Es gibt nicht einen Willen des Mannes und einen Willen der Frau, die zusammenwirken, sondern nur einen menschlichen Willen. Das ist eine Konsequenz der Trinitätslehre. Dieser Wille ist Zeichen und Bild des einen göttlichen Willens.