Es ist kein großes Geheimnis mehr: Der Medienapparat wird entweder direkt finanziert über die Rundfunkbeiträge oder indirekt über Transferleistungen und Werbeanzeigen der öffentlichen Hand. Über diese Situation regen sich ja viele auf. So ging es mir ja auch: Warum framing, nudging, overtone window und staatsnahe Narrative finanziell am Leben erhalten? Ist das nicht unfair?

Doch als ich gerade einen Vortrag von Herrn Ganser hörte, da änderte sich meine Meinung. Ich bin nun ein glühender Verehrer der staatlichen Gelder für die Medienhäuser. Warum? Weil das Geld die Maschine entgegen der Marktlogik am Leben erhält. Die Blätter und Kanäle verlieren an Auflage, d.h. an Reichweite, d.h. an Bedeutung. Sie verlieren die Meinungshoheit. Doch das Geld fließt weiter und sie machen weiter trotz der Verluste. Sie merken also nicht, daß sie in ihrer eigenen Filterblase versinken. Denn der Korrekturfaktor, der Markt, wurde außer Kraft gesetzt. Wenn die Auflage sinkt, dann müßte die Redaktion sich ändern. Sie müßten einen Kurswechsel vornehmen. Das geschieht aber wegen der Transferströme nicht. Ihr Einfluß sinkt, aber sie merken es nicht. Am Ende hat der Spiegel eine gelesene Auflage von 20.000 Exemplaren, die nur von anderen Journalisten gelesen wird.

Meine Gebühren und Steuergelder sind daher das Geld, mit dem ich den Bedeutungsverlust der Medien bezahle. Faszinierend nicht wahr?