In der Tat verwundern die letzten aberdutzenden Maßnahmen sehr. Gerade sah ich das “Briefing”. Es ist schon zu transparent. Zum Beginn des Jahres konnte man noch von “Unwissenheit” reden und die Leute haben geglaubt, daß tatsächlich keine Ahnung vorhanden wäre, obwohl bereits alles in der Schublade war. Man legte den Pandemieplan vor, sowohl den nationalen hinsichtlich Influenza als auch die Studie für den Bundestag über einen “SARS-ähnlichen”. Und dennoch stellt man sich dumm. Das ist schon eine hohe Kunst. Jene, die auch ohne Pandemieskript die Prüfung bestanden hätten, weil sie wissen, was läuft, wurden verstummt. Sie waren nicht vorbereitet darauf, sie hatten selbst keinen Plandemieplan. Statt von Trump zu lernen: nicht alternative Medien etablieren, sondern selbst Medium sein, haben sie sich den ruchbaren angeschlossen. Das war der Fehler.

Die Schlinge zieht sich nun weiter zu. Willkür, offenkundig. Wie man sich verarschen läßt! Es sind ja die braven, die einen positiven Test erhalten. Die anderen kämen nie auf die Idee, einen Kassenarzt aufzusuchen.
Es war geschickt im Vorbeigehen die Grenze zu ziehen. Ein Schwellenwert, ein Threshold, um zu regieren. Im Sommer: unerreichbar. Im Herbst: offenkundig nah dran. Und das ist schon erstaunlich. Diese Regelung hat einen gewaltigen Vorteil: Sie treibt die Regionalisierung voran. Waren es erst die Nationen, dann bei uns die einzelnen Bundesländer, sind es nun die Kreise. Wer hätte sich dieses Chaos ausdenken können? Da ist so viel Verwirrung drinne. Dazu ein Damoklesschwert. Über jedem Wirtshaus schwebt es in Deutschland. Und täglich die Wasserstandsmeldungen, wie hoch der Pegel denn steht.

Es ist ja nicht die langfristige Perspektive, die beunruhigt. Wäre es so, dann wäre wenigstens Ruhe. Ein Ja oder ein Nein und es wäre klar. Doch so ist es stets ein Vielleicht. Und was kann es aufreibenderes geben als ein zerquälendes Vielleicht. Dieser Schwebezustand, kein Fleisch, kein Fisch, kann nur kurzfristig aufrecht erhalten werden. Die Psyche setzt irgendwann ein Ende und fordert Ja oder Nein ein. Doch unsere lupenreinsten Volksdemokraten wissen wie es geht. Der Sommer bedeutete Ruhe, obwohl die Saat schon gelegt war. Ein Urlaub, womöglich zwei, waren drin. Und nun kommt der zweite Abschnitt der Kaskade. Die Angst erst aufgebauscht, dann abgekühlt, aber fühlbar. Für einige immer noch zuviel. Und dann nun der nächste Anlauf. Mit neuem Rekordversuch: höher, schneller, weiter. Überall Desorientierung, weil überall andere Regeln. Und eben der kleine Kreis statt dem großen Land. Es ist keine Deeskalationsstrategie, sondern die konsequente Druckerhöhung auf Existenzangstniveau. Wer soll denn den Winter ohne Hilfe überleben? Na, man möchte die Abhängigkeit erzwingen.

Wir sind noch lange nicht am Ende. Das Damoklesschwert hängt ja gerade noch. Es muß erst etwas herumwackeln und später wird es fallen. Wir bekommen noch mehr Kaskaden der Angst.

Wie ein rechter Mensch das ohne Gott aushalten kann, ist mir ein Rätsel. Achso, ja, stimmt.