Gut, genug das Maul zerrissen und sich in Schadenfreude über SPD und Hanni gesuhlt. Wie ist die Wahl zu deuten?

CDU SPD FDP Grüne AfD Linke Rest
33,0 31,2 12,6 6,4 7,4 4,9 4,5

Positiv zu vermerken: Die Linke hat den Einzug verpaßt. Obwohl sie dazugewonnen hat. Die Grünen rationalisieren sich endlich selbst weg. Gerade NRW wurde durch die Grünen stark gegängelt. Als Westfale hätte ich da schon seit Jahren die Schnauze voll. Die SPD, naja. Der Ruhrpott wurde herunerjewirtschaftet. Da helfen auch staatliche Trostpflaster nicht mehr. Das ist die Quittung. Die Frage ist: Sind es 31 % wegen oder trotz Schulz?
Die FDP ist der große Gewinner. Und es scheint das passiert zu sein, was ich bei einer vorigen Wahlstatistik kommentiert hatte: Die gehen von der SPD zur FDP. Ich nehme an, ein Teil davon ist Alternativlosigkeit (keine SPD, keine Grünen, keine Linken, keine AfD, und CDU auch eher nicht, da bleibt nur FDP), ein anderer Teil ist Überzeugung.
Die CDU hat viel von den Grünen und der SPD bekommen. Ein Teil ist sicherlich die «Mitte», wo angestammte SPD-Wähler «keine Experimente» wagen wollen und auf das alte Pferd setzen. Der andere Teil hatte dieses «Experiment» gewagt mit den Grünen und dachte dann, daß das Bullshit war. Also zurück zur Mitte und da lieber zur CDU als zur SPD.
Die AfD hat nicht viel bekommen. Das halte ich schon für einen Gradmesser. In den Medien ist es um sie ruhiger geworden. Sie ist nicht mehr Gesprächsthema, man muß sich nicht mehr positionieren und das schadet ihr. Sie profiliert sich nicht mehr. Das liegt bestimmt auch mit der Causa Höcke zusammen. Wer sich der AfD zuwendet, der muß genau hinschauen, was die wollen. Und da hat sich gezeigt: sie wollen die bürgerlich-koalitionsfähige Partei sein, nicht die Partei, die was wirklich ändern will. Wäre ich der AfD bis dahin zugewandt gewesen – mit der Causa Höcke hätte ich mich abgewandt. Einerseits in dem «was», also der Ausrichtung hin zur Mitte, andererseits in dem «wie», also wie man mit dem Fall Höcke fertig geworden ist. Und das war: genauso wie die SPD oder die CDU mit der Sache umgegangen wären. Nix neues! Ich muß meine Bundestagswahlprognose korrigieren!

Was bleibt? Ich wünsche der künftigen Regierung in NRW alles Gute und viel Erfolg bei den vielen Reformen, die getan werden müssen im Bereich Bildung, Landessicherheit und Wirtschaft!