Herrje! Ich sollte katholisch.de deabonnieren. Da vergeht kaum ein Tag ohne Facepalm m) Wird mal wieder was gewählt, so wird der Teufel gleich an die Wand gemalt. Diesmal hat der Herr Görlach den Pinsel in der Pfote. Ich kommentiere mal:

Die Kirche hat zwei Empfehlungen abzugeben: überhaupt wählen zu gehen und nicht rechts, nicht die AfD, zu wählen.

a) Wieso soll Kirche überhaupt was empfehlen? b) Und warum die AfD nicht?
«Inhalte überwinden» – keine Auseinandersetzung mit dem, was die AfD sagt, sondern bloß: Die sind rechts. Jo. Danke.

die Kirche flirtete mit den Grünen und selbstverständlich leiten in allen demokratischen Parteien Menschen ihr politisches Engagement aus ihrer christlichen Überzeugung ab.

Ei, da trifft er auch mal was. Nur die Konsequenz zieht er nicht. Da bröckelt der Putz – kein Grund zu irgendwas.

Auch wenn es aus AfD-Kehlen so schön klingt, dass man das Abendland bewahren will: die Rhetorik des Dritten Reiches lautete genauso.

Das gute, alte ad hominem Argument! Der arme Cicero! Könnte keine Philippica heute mehr halten, dieser Demagoge. Rhetorik ≠ Inhalt. Zumal man auch bedenken muß: Die Hitlerei war kein geschichtsfremder Monolith, kein scharf abgrenzbarer Fremdkörper der Menschheit. Es waren gerade keine Aliens und darin liegt die Gefahr!

Das Abendland vor den vorrückenden Hunnen, den russischen Kommunisten zu schützen, war eine propagierte Begründung für den Russland-Feldzug.

Ahja. Jetzt müssen wir halt das Abendland vor der vorrückenden AfD schützen. Durch den Schulz-Zug!

Der US-amerikanische Hardliner-Kardinal Burke, der Bannon eingeladen hatte, ist von Papst Franziskus quasi verbannt worden. Auch Rom ist heute eindeutig gegenüber der falschen rechten Ideologie.

Ach, der ist verbannt worden? Schreibt der jetzt seine Tristien am Schwarzen Meer? Wußte gar nicht, daß Kritik am Papst sowie Festhalten an der Unauflöslichkeit der Ehe eine «falsche rechte Ideologie» ist.

Die rechten Christen möchten das nicht sehen und sind bereit, eine un-heilige Allianz einzugehen, mit denen, die sich für das Heilige nicht wirklich interessieren.

Christentum ist kein Versicherungsunternehmen. Und auch kein Staatenbündnis. Wenn sich aber irgendwer nicht «für das Heilige interessiert», dann katholisch.de. Es geht hier übrigens nicht mehr um die AfD, sondern um «rechte Christen». Also diese rechten Traditionalisten, die die Alte Messe feiern, die interessieren sich nicht für das Heilige. Is klar, Herr Görlach, is klar.

Hier drängt sich eine Analogie aus den USA auf: die Bewegung black lives matter klagt die Polizeigewalt gegen die afro-amerikanische Bevölkerung an. Es besteht beim Blick auf die Zahlen kein Zweifel daran, dass diese Gruppe häufiger Opfer von Polizeigewalt wird als andre Bevölkerungsteile. Weiße rechte Gruppen sagen dann „all lives matter“.

Was der alles findet, um Deutschland zu erklären. Wie wärs mit FARC-Vergleichen?

Gleichzeitig gilt es heute, gegen die akute Gefahr zu warnen, die von der AfD ausgeht. Das Abendland wurde nicht von den Nazis gerettet, ganz im Gegenteil. Die eifrigen rechten Nachfahren haben dazu ebenfalls keinen Auftrag.

Uiuiui! Würd mich die AfD jucken, wär die Anzeige raus. Der spricht offen aus, was man versucht, den Medienkonsumenten einzubleuen. Zuvor mußte der Zuschauer die Punkte noch selber verbinden. Das wird ihm hier abgenommen. Soviel zur Rhetorik des Dritten Reiches.

Frag man sich letztlich nur? Wer ist der «Retter des Abendlandes»? katholisch.de fällt dazu vieles ein, nur eines nicht: Christus Jesus. Ist halt doch nur ein weichgespültes Zelotenblatt.