Der Wunsch nach Laienpredigt wütet vielfältig in den Herzen der eigentlich-hätte-ich-gerne-aber-ganz-so-radikal-dann-bitte-doch-nicht-aber-dann-doch-bitte-mit-Sahne Theologen, also Pastoralagenten. Um das Problem der Reservation für Kleriker zu umschiffen, hat man den lustigen Begriff der Statio eingeführt. Das heißt auf Deutsch: Predigt, die nicht an der zeitlichen oder räumlichen Stelle jener gehalten wird, aber im Zweifel den gleichen Inhalt hat, als ob, um dann nicht so genannt werden zu müssen und das Kirchenrecht auszuhebeln. Solchen Etikettenschwindel kann man sich auch sparen. Aber heute dachte ich mir: Eigentlich findet hier gar kein Etikettenschwindel statt. Denn die Homilie verkündet das Evangelium im Hier und Jetzt. Bei einer Statio habe ich bisher aber noch nie was von Gott gehört. Die haben immer nur irgendein Geschwafel von Dienst, Nächstenliebe und Menschen erzählt. Meist in so ’ner Art psychotherapeutischer freier Rede, ähnlich wie beim kreativen Schreiben. Da wird mit Freuden aus dem Nähkästchen geplaudert. Nur die Geschicht‘ hat nix mit Gott zu tun. Also keine Panik…