In gewisser Weise noch schlimmer als katholisch.de ist das Portal feinschwarz.net. Von Theologen für Theologen, deren primäres Anliegen es ist, Texte zu schreiben, für die sie sich selbst und gegenseitig auf die Schulter klopfen. Ein Hort, wo man nicht nur alles sagen darf, sondern auch alles weiß, ja meistens besser als alle anderen, insbesondere als Bischöfe, aber nur als die, die den katholischen Glauben verkünden. Es hat mich auch nicht gewundert, daß in diesem Beitrag weder Gott noch Jesus auftauchen. Wäre auch komisch. Könnte ja den Inhalt des Beitrags stören. Dann doch lieber Judith Butler verkündigen. Die ist so hip! Da kann Jesus, wenn er die Lehre der Genesis wiederholt, nicht gegen anstinken.

Auf der phänomenologischen Ebene ist dieses – ähm, wie soll man das nennen? – Etwas kennzeichnend für unsere Zeit. Ein Schaf meint, es habe die Autorität in demütiger Zurechtweisung einen öffentlichen, persönlich adressierten (finde den Widerspruch) Brief an seinen Hirten zu schreiben und diesen sarkastischen Erguß durch Fußnoten mit wissenschaftlicher Camouflage zu zieren. Nicht mal ’ne saubere Textgattung kriegt der Herr Moraltheologe hin! Ich hab noch keinen Moraltheologen gefunden, der was Katholisches von sich gibt. Hätte Dante Moraltheologen kennen gelernt, es gäbe einen eigenen Kreis für die in der Hölle.

Inhaltlich lohnt es sich nicht, den Text auseinander zu nehmen. Gender ist eine Variante des Poststrukturalismus. Das Apriori liegt in der Gesellschaft verborgen. Insofern ein linker Poststrukturalismus. Das ist so laaangweilig.